Die 6 Phasen eines Problems und wann es Zeit für den Sprung ist

Ihre Freundin hat ein Problem, ein großes Problem…

Allerdings darauf angesprochen, fühlt sich Ihre Freundin angegriffen und ist ganz anderer Meinung, sie hat kein Problem!

Ende der Diskussion. Sie stehen da und verstehen die Welt nicht mehr, wie kann Ihre Freundin nur so blind sein? Sie hat einen Partner, der sie nur verletzt, sie trinkt zu viel Alkohol, sie hat einen skrupellosen Arbeitgeber oder sie schlittert mit Karacho in einen Burnout, doch Ihre Freundin sieht es nicht, oder will es noch nicht sehen….

Was können Sie tun? Sie mit Ratschlägen bombardieren, sich zurück ziehen oder mitleiden?

Wenn Sie erkennen, in welcher Phase des Problems Ihre Freundin steckt, dann können Sie genau da ansetzen und ihr wirklich helfen!

Phase 1 – Kein Problembewusstsein

Die Freundin macht Überstunden, fühlt sich erschöpft und hat kaum mehr Freizeit. Der Chef meint, sie müsse sich die Arbeit besser einteilen und die Überstunden werden gestrichen. Die Arbeit wird immer mehr und die Freundin nimmt sich die Arbeit mit nach Hause.

Oder der Freund behandelt sie lieblos, lügt sie an, fordert Geld und lebt egoistisch auf ihre Kosten. Sie reagiert mit starken Migräneanfällen, Magenschmerzen und Rückzug.

Wenn Sie Ihr jetzt raten, die Arbeit zu wechseln, den Freund zu verlassen oder mehr auf Ihre Gesundheit zu achten, dann bieten Sie ihr eine Lösung an, für die sie noch gar nicht bereit ist.

Ihre Freundin hat eventuell noch gar kein Bewusstsein für das Problem, sie verdrängt es und will nichts ändern.

Jetzt können Sie ihr nur Feedback geben, was Sie sehen und wahrnehmen.

Ich sehe, dass du starke Schmerzen hast, ich finde es unfair, dass du unentgeltlich so viel arbeitest, ich mache mir Sorgen um dich, ich empfinde deinen Freund als rücksichtslos, ich fühle mich hilflos, wenn ich sehe, wie dich dein Freund behandelt usw.

Sie spiegeln ihr, was Sie sehen und wahrnehmen, ohne Druck für eine Veränderung aufzubauen. Ihre Freundin hört, was Sie sagen und es wird in ihr arbeiten. Sie haben sozusagen einen Wurm gesetzt und der bohrt sich immer tiefer.

 

Phase 2 – Wahrnehmung des Problems

In dieser Phase nimmt Ihre Freundin das Problem wahr. Sie leidet unter dem Freund, ist oft krank, möchte weniger trinken, schafft es aber nicht. Was soll sie nur tun?

Sie fängt an abzuwägen, welche Schritte sie tun könnte und welche Konsequenzen das hat.

Trenne ich mich von meinem Freund, dann bin ich wieder alleine, bleibe ich, muss ich alles weiter ertragen. Arbeite ich weiter so viel und habe somit einen festen Arbeitsplatz oder kündige ich und fange nochmal von vorne an? Achte ich auf meine Gesundheit und trete etwas kürzer oder mache ich einfach weiter wie bisher, weil es so praktisch ist?

In der zweiten Phase steckt man im Abwägen des Pro und Kontras, man ist ambivalent. Dieser Zustand kann sehr lange dauern, weil man sich nicht entscheiden kann oder mag.

Sie können jetzt bei der Klärung helfen und beide Seiten mit Pro und Kontra beleuchten. So können Sie Ihrer Freundin eine große Hilfe sein, denn oft sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Träumen Sie mit ihr, wie es wäre, einen liebevollen Partner zu haben, einen wertschätzenden Chef, einen gesunden Körper.

 

Phase 3 – Entscheidungsfindung

Die Freundin hat alle Seiten beleuchtet und hat die Motivation zur Veränderung. Deshalb setzt sie sich ein Ziel oder möchte eine Veränderung bewirken. Sie stellt ihrem Freund ein Ultimatum oder neue Bedingungen, sie redet mit dem Chef und liest die Stellenangebote in der Zeitung, sie geht zum Arzt und plant, mehr Sport zu machen, die Ernährung umzustellen und mehr Pausen einzulegen.

Sie können Ihre Freundin jetzt bestärken und ihr bei der Planung helfen. Was ist der nächste konkrete Schritt, oder begleiten Sie Ihre Freundin zum Arzt.

 

Phase 4 – Ideen werden zu Handlungen

Der Termin beim Arzt hat Klarheit gebracht und die Vorschläge werden von Ihrer Freundin auch umgesetzt, der Freund hat sich nicht geändert und wird vor die Tür gesetzt, Sie gehen mit ihr einmal die Woche zum Joggen und die Arbeit wird im Büro gelassen. Ihre Freundin erfährt dadurch, dass sie die Macht hat, alles zu verändern, wenn sie es möchte, sie lernt, sich durchzusetzen, mit Disziplin und starkem Willen ihre Ziele zu erreichen. Sie setzt sich mit ihren Ängsten auseinander und lernt, dass alleine sein keine Strafe ist, sondern auch sehr bereichernd sein kann. Sie eignet sich somit neue Kompetenzen an und sucht sich im besten Fall Hilfe, wenn sie strauchelt. Doch sie hält an ihrem Plan fest.

Sie können stolz neben Ihrer Freundin stehen und ihr auf die Schulter klopfen, sie hat den Sprung in eine neue Welt gewagt. Wenn sie einen Hänger hat, können Sie ihr eventuell Hilfsangebote machen und sie weiter in ihrem Tun bestärken.

 

Phase 5 – Veränderung wird zur Gewohnheit

Je länger Ihre Freundin das Sportprogramm durchzieht, je länger die Trennung vom Freund her ist, je mehr sie sich in der Arbeit durchsetzt, je konsequenter sie Alkohol meidet, desto mehr wird es eine Gewohnheit. Neue Synapsen haben sich im Gehirn gebildet und je öfter sie genutzt werden, umso stärker wird die Verbindung. Der innere Schweinehund hat dann keine Chance mehr, alte Gewohnheiten werden überschrieben.

Sie können Ihrer Freundin immer wieder die Rückmeldung geben, wie stolz und froh Sie sind, dass sie so standhaft und konsequent ist und die gegangenen Schritte würdigen. Das motiviert und freut Ihre Freundin umso mehr.

 

Phase 6 – Rückfall

In einem schwachem Moment hat Ihre Freundin dem bettelndem Freund wieder die Tür geöffnet, abends zuviel getrunken, die Arbeit nach Hause mitgenommen, sich krank in die Arbeit geschleppt. Sie ist wieder in ihr altes Verhaltensmuster zurück gefallen und das ärgert sie maßlos.

Jetzt heißt es, einen kühlen Kopf bewahren und ihr bewusst machen, was sie schon erreicht hat.

Hinfallen gehört zum Prozess, liegenbleiben wäre die falsche Entscheidung.

Also aufstehen, sich auf die neuen Wege wieder besinnen und dort anknüpfen, wo man aufgehört hat. Denn jetzt steht man nicht wieder am Anfang, sondern kann auf seine erlernten neuen Verhaltensmuster zurückgreifen.

Sie können Ihrer Freundin dabei helfen, die Auslöser für ihren „Rückfall“ zu analysieren. So kann sie diese beim nächsten Mal gleich bewusst wahrnehmen und sich Alternativen überlegen, wie sie bei ihrem Vorhaben bleibt.

Wenn Sie jemandem helfen wollen, dann setzen Sie genau da an, wo derjenige steht. Denn wenn er kein Problembewusstsein hat, dann werden Ihre Hilfsangebote auf taube Ohren stoßen. Wenn derjenige noch ambivalent ist, dann nützen Handlungsaufforderungen nichts, denn er ist noch in der Entscheidungsfindung.

Sie haben selbst ein Problem und drehen sich ständig im Kreis?

Vielleicht hilft Ihnen das Erkennen, in welcher Phase Sie sind und was Sie brauchen, um den nächsten Schritt gehen zu können.

Gerne können wir in einem kostenlosem Erstgespräch klären, wie ich Ihnen dabei helfen kann.

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen, Mut zum Sprung und viele, positive Gedanken.

Ihr Mentalcoach

Monika Schießler

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  1. Paul Schwaller

    Problembewusstsein und mehr …
    Die genannten 6 Punkte finde ich wertvoll, um den aktuellen P-Zustand festzulegen.
    Als Metapher könnte möglicherweise eine Bienenwabe den Zyklus veranschaulichen … und Honig ist ja ebenfalls zäh-flüssig.
    Ich frage mich ebenfalls, ob die „Lösungs-Drehrichtung“ individuelle festgelegt werden kann und ob der Startpunkt jeweils oben sein muss, denn dann geht es ja stets nach unten …
    Toll wenn das 6-Eck zum 5-Eck wird und der Punkt Rückfall aussen vor liegt.

    Allseits einen Positiven Change-Habit-Tag …

    Antworten

Herzlichen Dank für Ihren Eintrag.

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